{"id":768,"date":"1986-03-29T10:42:23","date_gmt":"1986-03-29T09:42:23","guid":{"rendered":"https:\/\/jazzresearch.org\/?p=768"},"modified":"2019-03-29T10:43:01","modified_gmt":"2019-03-29T09:43:01","slug":"vol-8-1986-werner-gissing-mississippi-delta-blues-fomen-und-texte-von-robert-johnson-1911-1938","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jazzresearch.org\/en\/studies-in-jazz-research\/vol-8-1986-werner-gissing-mississippi-delta-blues-fomen-und-texte-von-robert-johnson-1911-1938\/","title":{"rendered":"Vol. 8 (1986) Werner Gissing: Mississippi Delta Blues. Fomen und Texte von Robert Johnson (1911\u20131938)"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Werner Gissing<\/strong><\/em><\/p>\n<h5>Mississippi Delta Blues<\/h5>\n<p><strong>Formen und Texte von Robert Johnson (1911\u20131938)<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund seines aufgezeichneten Repertoires zeigt Robert Johnson deutlich Spuren musikalischer Einfl\u00fcsse von Son House, Willie Brown und indirekt von Charley Patton; weiters von Scrapper Blackwell, Hambone Willie Newborn, Skip James und Lonnie Johnson. Robert Johnson wiederum beeinflu\u00dfte S\u00e4nger wie Muddy Waters, Robert Jr. Lockwood, Johnny Shines, Elmore James, Howling Wolf, Homesick James und Sonny Boy Williamson.<\/p>\n<p>Robert Johnson verwendete in seinen Bluestexten sehr viele Wendungen des Black American English. In seinen, zum Teil sehr selbstbiographischen Texten kommt zum Ausdruck, da\u00df er ein einfacher Mann war und die Mann-Frau-Beziehung ein wesentlicher Faktor in seinem Leben gewesen sein mu\u00df.<\/p>\n<p>Autoren, die \u00fcber Johnson geschrieben haben, beurteilen seine Musik und seine Texte sehr unterschiedlich. F\u00fcr die einen ist er\u00a0der\u00a0Bluesmann, andere halten ihn eher f\u00fcr mittelm\u00e4\u00dfig. Etwa Teddy Doering, der schreibt: &#8220;Bei genauerer Pr\u00fcfung war Robert Johnson nicht so originell, wie zun\u00e4chst angenommen war&#8221; (Ahrens, 1982, S. 26).<\/p>\n<p>Die von mir durchgef\u00fchrte Untersuchung seines hinterlassenen Werkes hinsichtlich der von ihm verwendeten Bluesformen und Bluestexte zeigt, da\u00df er ganz streng in die Tradition des Mississippi-Delta-Blues geh\u00f6rt. Innerhalb dieser Tradition steht er im Rahmen der Werke jener Musiker, die seine Lehrmeister gewesen sind. Gest\u00fctzt auf diese Erfahrungen, hat er einen v\u00f6llig eigenen Stil entwickelt. Diesem geh\u00f6rt der gr\u00f6\u00dfte Teil seiner hinterlassenen Aufnahmen an. Die von ihm vorgenommenen melodischen, harmonischen oder gitarristischen Anleihen bewegen sich in jenem Rahmen, welcher unter den Musikern der verschiedenen Regionalstile \u00fcblich ist, wie David Evans in seiner Studie &#8220;Big Road Blues&#8221;, 1982, ausf\u00fchrlich dargestellt hat.<\/p>\n<p>Neben einem stark autobiographischen Charakter sind f\u00fcr Johnsons Werk relativ viele St\u00fccke charakteristisch, in denen er sich mit besonderen Problemen und Merkmalen der schwarzen Gesellschaft auseinandersetzt, d. s. die Whupping Songs und die Raps. Besonders typisch f\u00fcr ihn ist die kompromi\u00dflose Anwendung des Black American English. Obwohl sein hinterlassenes Werk zahlenm\u00e4\u00dfig klein ist, \u00fcberrascht es durch seine gro\u00dfe F\u00fclle an unterschiedlichen Bluesformen, Harmonieabl\u00e4ufen, Melodietypen und durch das gro\u00dfartige gitarristische K\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werner Gissing Mississippi Delta Blues Formen und Texte von Robert Johnson (1911\u20131938) Aufgrund seines aufgezeichneten Repertoires zeigt Robert Johnson deutlich Spuren musikalischer Einfl\u00fcsse von Son House, Willie Brown und indirekt von Charley Patton; weiters von Scrapper Blackwell, Hambone Willie Newborn, Skip James und Lonnie Johnson. 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